Großmarkt Mannheim
Aus Liebe zur Umwelt: Fruchthändler Herbert van der Hamm setzt auf Sonnenenergie

„Wir wollen unseren Beitrag zur Klimabilanz leisten und werden künftig rund 75.000 KW Strom umweltfreundlich durch unsere neue Photovoltaikanlage beisteuern“. Das verkündet Jörg Alldinger, Geschäftsführer des Fruchthandelsunternehmens van der Hamm, anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme der 800 qm großen Photovoltaikanlage auf den Hallendächern. Jörg Alldinger und sein Team wollen damit ein sichtbares Zeichen vor Ort setzen, dass sie sich der Umwelt verpflichtet fühlen. Das bedeutende Traditionsfruchthandelsunternehmen aus Mannheim leistet für die Versorgung der Bevölkerung weit über die Region hinaus einen wichtigen Beitrag. Beim Thema CO2 und Klimabilanz bei Obst und Gemüse lohnt, so Alldinger, eine differenzierte Betrachtung, auch auf das aktuelle Thema Importe und Regionalversorgung hin.

Klimabilanz genau betrachten
Gerade beim Thema Klima lohnt es sich genauer hinzuschauen; denn auch in Bezug auf CO2-Emissionen repräsentiert das „Grüne Sortiment“ im Vergleich mit anderen täglichen Lebensmitteln die mit Abstand beste Klimabilanz, auch wenn der Transport mit berücksichtigt wird. Zum einen erreicht das Gros der Importprodukte die Fruchthandelslager per Kühlschiff und LKW – nur etwa ein Prozent an Obst und Gemüse wird per Luftfracht versandt und dann oft als Beiladung in Passagierflugzeugen. Örtlich geerntete Ware kann, so die Gegenrechnung, wenn nicht in der Saison verkauft, monatelang in speziellen stromfressenden Kühlhäusern gelagert sein. Importiertes Obst liegt, das haben aktuelle Studien errechnet, so gesehen beim CO2 Ausstoß nur unwesentlich höher oder saisonal sogar besser, als heimische Ware. Eine wesentlich schlechtere Klimabilanz weist zudem die Erzeugung anderer Lebensmittel des täglichen Bedarfs wie Molkereiprodukte, Fleisch, Eier, Teigwaren und Brot auf.

Ein Beispiel: Damit ein Rind 1kg an Gewicht zunimmt, muss es mindestens 5 bis 6kg Nahrung zu sich genommen haben und verursacht dabei noch durch Rülpsen und sonstige Ausscheidungen Belastungen durch Methangas – welches ein noch schädlicheres Klimagas ist als CO2. Vereinfacht gesagt: 1kg Fleisch verursacht 40 mal mehr Treibhausgase als 1kg Gemüse. Und Milchprodukte schneiden da noch schlechter ab.

Essgewohnheiten bewusst machen
Auf den Punkt gebracht hat es das Öko Institut in Darmstadt: Durch bewusste Ernährung kann man seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. So könnte allein ein gewandeltes, „maritimeres“ Essverhalten mit weniger Fleisch und mehr Teigwaren und häufiger verzehrtem frischen Obst und Gemüse zur Verbesserung des CO2 Ausstoßes beitragen. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der Fleischanteil beim täglichen Essen knapp 40 Prozent, in Italien macht er nur ein Viertel aus. Dabei bleibt der Import von Obst und Gemüse dringend erforderlich. Denn Deutschland deckt seinen Bedarf aus eigener Produktion dabei nur zu ca. 20 Prozent bei Obst und zu 40 Prozent bei Gemüse.

Qualitätssicherung auf neustem Stand
Für die Versorgung der Bevölkerung mit Vitaminen sind frisches Obst, Salat und Gemüse unverzichtbar. Saisonal bereichern regionale Produkte das Sortiment. Um den Verbrauchern jedoch eine gleich bleibende Menge und Qualität über das ganze Jahr zu sichern, importiert van der Hamm viele Produkte, darunter auch tropische und exotische Früchte aus Südeuropa ebenso wie aus Kleinasien, Nordafrika, Südamerika oder Neuseeland. Damit die Qualität stimmt, ist das van der Hamm-Team weltweit unterwegs und überzeugt sich auf den Plantagen seiner Erzeugerpartner vor Ort von der einwandfreien Qualität seiner Importware – wie z.B. Kirschen, Feigen, Tafeltrauben oder Erdbeeren. Denn bei Köchen wie bei Discountern liegt die Messlatte für gesunde, einwandfreie Produkte sehr hoch. Damit dies so bleibt, beschäftigt van der Hamm eigens zwei Agraringenieure, einen Lebensmitteltechniker und eine Chemikerin. „Wir sind schon lange nicht mehr nur Obst- und Gemüsehändler, sondern beraten unsere Bauern auch in Sachen Anbautechnik und Pflanzenschutz“ so Jörg Alldinger. Flankiert von unabhängigen Laboren analysieren sie Warenproben noch bevor die Hauptmenge im klimatisierten LKW im ebenfalls klimatisierten Lager eintrifft. Das ganze Jahr über stehen die geschulten Warenkundler mit den Erzeugern in engem Kontakt und beraten diese über den richtigen Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.

Sozialstandards werden geprüft
Für Jörg Alldinger steht die Inbetriebnahme der neuen Photovoltaik-Anlage in unmittelbarem Zusammenhang mit der Firmenphilosophie, weltweit dazu beizutragen, dass die von van der Hamm gehandelten Frischeprodukte sicher sind sowie umweltgerecht und fair gehandelt werden. Auch achtet das Unternehmen darauf, dass bei den Erzeugern von Obst und Gemüse vor Ort Sozialstandards für die Erntehelfer eingehalten werden. „Somit stellen wir sicher, dass unsere Kunden in Deutschland gesunde, gut schmeckende und sichere Produkte erhalten, die sich guten Gewissens verzehren lassen“, so Jörg Alldinger.

200 Tonnen Frischeprodukte pro Tag
Das Fruchthandelsunternehmen van der Hamm wurde 1913 gegründet, ist seit 1961 auf dem Großmarkt Mannheim beheimatet und handelt mit frischem Obst und Gemüse wie auch Convenience-Produkten, Antipasti und Saucen. Der Kundenkreis umfasst sowohl überregionale Einzelhandelsketten in ganz Deutschland als auch Markthändler und über 200 Gastronomen im Rhein-Neckar-Kreis. Vom Salat aus der Pfalz bis zur Kiwi aus Neuseeland schlägt das Unternehmen täglich rund um die Uhr über 200 Tonnen Frischeprodukte um, konventionelle Ware und ebenso auch Bioprodukte, sieben Tage in der Woche. In einer eigenen Bananenreiferei werden wöchentlich eine Million der Staudenfrüchte bis zur goldgelben Verkaufsreife gebracht. Van der Hamm ist DIN ISO-, IFS- und Bio-zertifiziert.

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